Gesellschaft – Wandel

Modul 8

Unsere Kulturlandschaft befindet sich im Umbruch. Manche Kritiker sehen das ausschliesslich als Bedrohung, andere feiern den Vormarsch der populären Kultur und neuer, meist digitaler Kulturformen als eine Befreiung von kultureller Bevormundung. Die Wahrheit liegt vermutlich zwischen Kritik und Apologie bzw. schliesst Elemente von beidem ein.

Dieses Modul wird sich vor allem mit den Veränderungen selbst auseinandersetzen und einige Trends dieser Transformationen herausarbeiten. Die hier wesentlichen Triebkräfte der Entwicklung sind Technologie sowie Urbanisierung. Wir betrachten konkrete Fallbeispiele in Bezug auf beide Dynamiken. Einerseits wird es darum gehen, aufzuzeigen, wie technologische Innovation sowie die Intervention von z. B. Digitalisierung traditionelle Praktiken und Verhältnisse der Kultur, ihrer Akteure, Institutionen und Inhalte beeinflussen, andererseits werden wir uns damit beschäftigen, wie die Stadt zum Generator neuer Kulturtrends wird und zugleich z. B. durch Gentrifizierung einerseits oder Migration andererseits die Grenzen ihrer sozialen Integrationsfähigkeit infrage stellt.

Zwei sich gegenseitig verstärkende Effekte spielen daher für die aktuelle Kulturentwicklung und die von Kunstinstitutionen eine zentrale Rolle. Soziale, ökonomische und technologische Interventionen und Innovationen haben in unserer Kulturlandschaft tiefere Spuren hinterlassen. Die Landschaft selbst «verflüssigt» sich, wird zum Plasma, in dem Realität und Virtualität verschmelzen. Dies hat fundamentalen Einfluss auf die Arbeit von Kulturmanagerinnen und Kulturmanagern.

Modulleitung

Michael Schindhelm
   Michael Schindhelm

Michael Schindhelm ist Schriftsteller, Filmemacher, Kulturforscher und seit Frühjahr 2009 unter anderem als Kulturberater und Kurator für internationale Organisationen tätig. Seit 2007 war er Gründungsdirektor der Dubai Culture & Arts Authority in Dubai, VAE, zuvor Generaldirektor der Berliner Opernstiftung (2004 – 2007) und Intendant Theater Basel (1996 – 2006).

Referent

Stephan Balzer
   Stephan Balzer

Barbara Damm studierte Germanistik, Geschichte und Politische Wissenschaften an den Universitäten in Freiburg, Wien und an der FU Berlin. Danach arbeitete sie als künstlerische Mitarbeiterin von Hella Santarossa und wurde 1996 persönliche Referentin des Intendanten an der Oper Leipzig. Ab 2001 arbeitete sie in gleicher Funktion an der Deutschen Oper Berlin und wechselte 2004 als Direktorin für künstlerische Produktion ans Festspielhaus Hellerau nach Dresden. Seit 2009 verantwortet Barbara Damm als Programmleiterin die Sparte Musik und Musiktheater mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Formaten im regulären Spielbetrieb und dem TONLAGEN-Festival, das sich erfolgreich als Werkstatt und Plattform für aktuelle musikalische Strömungen im instrumentalen Bereich wie in performativen und installativen Kontexten positioniert hat.