Festival – Salzburger Festspiele

Modul 7

Plakat Salzburger Festspiele

«Jedermann erwartet sich ein Fest.» (J. W. Goethe)

Festivals sind ein kulturelles Phänomen, das sich zunehmender Beliebtheit erfreut, sich mancherorts inflationär vermehrt und dabei mitunter an Profilverlust leidet. Ist das Repertoiretheater mit seinen Abonnements ein Auslaufmodell? Was können Festivals, was andere Anbieter nicht können?

Zweifelsohne stellen die vielfältigen thematischen Ausrichtungen einen wichtigen Impulsgeber für die Kulturlandschaft dar. Aber was macht Festivals zu einem derartig anziehenden Veranstaltungstypus? Dabei beschränkt sich der Einfluss von Festivals nicht nur auf das kulturelle Umfeld, sondern sie beeinflussen auch das soziale, ökonomische und politische Gesicht ihrer Region.

Am Fallbeispiel «Salzburger Festspiele» sollen Organisationsmodelle, Strukturen, Konzeptionen, Finanzierungen und Publikumssegmente dieses kulturellen Erfolgsmodells untersucht werden.

Ein Fest in der Stadt, von der Hugo von Hofmannsthal sagte: «Salzburg ist das Herz vom Herzen Europas». Zugleich ist der Gründungsgedanke der Salzburger Festspiele, ein Projekt gegen «die Krise, die Sinnkrise, den Werteverlust, die Identitätskrise des einzelnen Menschen, aber auch ganzer Völker» zu etablieren. Im «ersten Aufruf zum Salzburger Festspielplan» von 1919 stehen daher der Friede und der Glaube an Europa im Mittelpunkt, ein einzigartiger und zeitlos gültiger Gründungsauftrag, dem die wohl berühmtesten Festspiele der Welt alljährlich mit einem einzigartigen Spagat zwischen Glamour und gesellschaftlicher Relevanz gerecht werden.

Im Fokus des Besuchs der Festspiele stehen Probenbesuche und die Beobachtung der einzelnen Produktionsstadien sowie deren Planung, die künstlerischen Auswahlprozesse von Dirigenten, Regisseuren, Sängerinnen und Sängern. Die Spielplangestaltung und das Human Resource-Management, die Bereiche Mittelbeschaffung und Absatzmarketing nehmen dabei einen besonderen Stellenwert ein. Besuche in den Werkstätten vermitteln wertvolle Einblicke in die Komplexität des Festpielalltags. Rund um die Seminarblöcke finden Veranstaltungsbesuche im Rahmen der Mozartwoche und Begegnungen mit Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen der Festspiele statt, um so eine Netzwerkplattform für die angehenden Kulturmanagerinnen und Kulturmanager zu bieten.

Patronat: Dr. Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele