Konzert – Orchester

Modul 6

Von der Hofkapelle der Renaissance zum modernen Sinfonieorchester führt ein langer und verzweigter Weg, der nicht nur ein spannendes Licht auf die Musikgeschichte wirft, sondern auch auf die Kultur-und Sozialgeschichte der vergangenen Jahrhunderte, insbesondere hinsichtlich der hierarchischen Strukturen dieser Musikerformationen. Die Arten, die Aufgaben wie auch die Organisationsformen eines Orchesterverbandes – sei es ein großbesetztes sinfonisches Orchester, ein Kammerorchester oder ein Spezialensemble für bestimmte Literatur – wurden im Laufe der Geschichte zahlreichen Wandlungen unterworfen und dieser Prozess hält bis zum heutigen Tage an.

Die Unterschiede zwischen den Orchestern, ihrem Klang, ihrem Selbstverständnis, ihrer Verwaltung, ihrer Finanzierung, den künstlerischen und organisatorischen Exzellenz-Kriterien entspringen vielfältigen geschichtlichen, geografischen, aber auch soziologischen Gegebenheiten, die es bei einer attraktiven Programmgestaltung zu berücksichtigen gilt. Daneben gilt in diesem Modul ein weiterer Fokus der Frage, inwieweit die gegenwärtigen Konzertformate zukunftsfähig sind und welchen Einfluss neue Kommunikationsmedien oder alternative Präsentationsformen auf das Phänomen Konzert haben.

Modulleitung

Tabaré Perlas
   Tabaré Perlas

Tabaré Perlas studierte Musikwissenschaften und Orchesterdirigieren an der Universität Montevideo, am Meistersinger-Konservatorium in Nürnberg und an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und arbeitete seit 1999 als Projektbetreuer für das West-Eastern Divan Orchestra. Daneben war Perlas zwischen 2001 und 2007 in der Konzertdirektion der Staatsoper Berlin für die Durchführung der internationalen Tourneen verantwortlich. Seit 2010 koordinierte er die Umsetzung der Idee, eine feste Einrichtung aus dem Geist des West-Eastern Divan Orchestra zu bilden, die im von Frank Gehry entworfenen und 2017 eröffneten Pierre-Boulez-Saal ihre Verwirklichung fand. Zusätzlich zu seinen hauptberuflichen Verpflichtungen tritt Tabaré Perlas als Dirigent mit verschiedenen nationalen und internationalen Orchestern in Erscheinung.

Referierende

Ilona Schmiel
   Ilona Schmiel

Ilona Schmiel studierte Schulmusik, Altphilologie und Kulturmanagement in Berlin und Oslo. Erste berufliche Stationen waren die Donaueschinger Musiktage und das Olympische Kulturfestival in Lillehammer, die Arena di Verona sowie die Hochschule «Hanns Eisler» Berlin als Gastdozentin. 1998 übernahm sie als jüngste Intendantin Deutschlands die Geschäftsführung und künstlerische Leitung des Bremer Konzerthauses «Die Glocke», die sie bis 2002 innehatte. Von 2004 bis 2013 war sie Intendantin und Geschäftsführerin des Beethovenfestes Bonn. Seit Saisonbeginn 2014/15 leitet sie als Intendantin die Geschicke der Tonhalle-Gesellschaft Zürich. Sie war zudem 2005-2007 Jurymitglied der Bundeskulturstiftung und ist seit 2007 Jurymitglied der Ernst von Siemens Musikstiftung.

 

Laurenz Lütteken

 

  Prof. Dr. Laurenz Lütteken

Laurenz Lütteken (*1964) lehrte an den Universitäten Heidelberg, Münster, Erlangen-Nürnberg und Marburg. Seit 2001 ist er Ordinarius für Musikwissenschaft an der Universität Zürich. Zuletzt erschien: Mozart. Leben und Musik im Zeitalter der Aufklärung (München 2017); zudem ist er Herausgeber der Enzyklopädie MGG Online.