Schauspielhaus – Kinder- und Jugendtheater

Modul 3

Viele Sprechtheater sehen sich in der heutigen Zeit mit einem massiven Zuschauerschwund konfrontiert. Eine der grossen Herausforderungen der Zukunft wird daher sein, Formate zu entwickeln, die geeignet sind, ein junges Publikum an ein Haus zu binden und seine Lust auf Theater bereits in ganz jungen Jahren zu fördern. Häuser ohne Projekte und Reihen für Kinder, Jugendliche, Soziokulturen, ohne intensive Arbeit an Vermittlung, Auslastungssteigerung, Rentabilität haben keine Überlebenschance mehr. Dabei geht es im Theater, ob gesungen, gesprochen oder getanzt, seit Urzeiten um Beziehungen zwischen Menschen, um In- und Outsider, Vertrauen und Misstrauen, Masse und Individuum, Hoffen und Scheitern. Wie kann aber das Theater, ohne unentwegt seine Relevanz in Bezug auf gesellschaftliche Gegenwartsprobleme nachzuweisen, seine Kunstfreiheit behalten? Wie kann es, ohne mit dem Anspruch konfrontiert zu werden, Reparaturwerkstatt der Gesellschaft zu sein, wieder ein Ort des unmittelbaren Zu-sich-Kommens und des kulturhistorischen Erbes werden?

Modulleitung

Thomas Oberender
   Thomas Oberender

Thomas Oberender ist seit 2012 Intendant der Berliner Festspiele. Von 2006 bis 2011 war er Schauspieldirektor bei den Salzburger Festspielen. Zuvor wirkte er als Chefdramaturg und Co-Direktor von 2006 bis 2011 am Schauspielhaus Zürich. Nach seiner Promovierung an der Humboldt-Universität Berlin war er von 1999 bis 2005 leitender Dramaturg und Mitglied der künstlerischen Direktion am Schauspielhaus Bochum.

Er ist Mitbegründer der Autorenvereinigung Theater Neuen Typs, die sich der Verbreitung neuer Theatertexte deutschsprachiger Autoren widmete und schreibt und übersetzt Theaterstücke, Essays, Theater und Literaturkritiken. Er realisierte Projekte für die Expo 2000, die Ruhrtriennale 2004 und 2005 sowie für die Kulturhauptstadt Europa Ruhr 2010. Er verfasste mehrere Bücher, u.a. Leben auf Probe. Wie die Bühne zur Welt wird (2009), Das schöne Fräulein Unbekannt. Gespräche über Theater, Kunst und Lebenszeit (2011), Nebeneingang oder Haupteingang? – Gespräche über 50 Jahre Schreiben fürs Theater.

Referierende

Petra Fischer
   Petra Fischer

Petra Fischer studierte Theaterwissenschaft an der Theaterhochschule «Hans Otto» Leipzig und schloss mit einer Diplomarbeit zur Rezeptionsforschung im Kinder- und Jugendtheater ab. Seit 2009 ist sie Leiterin, Dramaturgin und Theaterpädagogin des Jungen Schauspielhaus Zürich. Weitere Stationen ihrer Tätigkeit führten sie an das Theater an der Sihl Zürich, das Theater GRIPS Berlin, das Theater Junge Generation Dresden sowie als Dozentin an die ZHdK. Seit 2014 ist sie Mitglied des Kollektivvorstandes der ASSITEJ Schweiz/Suisse/Svizzera/Svizra und engagiert sich vor allem für die internationale Vernetzung der Theaterarbeit für ein junges Publikum.

 

Tom Till

 

  Tom Till

Tom Till studierte in Berlin an der Freien Universität Betriebswirtschaftslehre und Theaterwissenschaften sowie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Kultur- und Medienmanagement. 1992 gründete er in Berlin das «Theater Affekt», mit dem er Koproduktionen mit der Volksbühne Berlin, den Wiener Festwochen und den Zürcher Festspielen realisierte. Von 1998 bis 2006 war er am Theater Basel tätig, zunächst als Direktionsreferent, dann ab 2001 als Künstlerischer Betriebsdirektor. Dem Düsseldorfer Schauspielhaus gehörte er von 2006 bis 2008 als Künstlerischer Betriebsdirektor an. In der Spielzeit 2008/09 übernahm er interimsmäßig die Kaufmännische Geschäftsführung am Theater Neumarkt Zürich. Seit der Spielzeit 2009/10 ist Tom Till Künstlerischer Betriebsdirektor und seit 2011 auch stellvertretender Verwaltungsdirektor am Schauspielhaus Zürich. Er gehört außerdem zum Vorstand des Vereins Schweizer Theatertreffen und ist Lehrbeauftragter des SVTB (Schweiz. Verband technischer Bühnen- und Veranstaltungsberufe). Seit der Spielzeit 2016/17 kaufmännischer Geschäftsführer der Thalia Theater GmbH Hamburg.