Musiktheater – Oper

Modul 2

«Theater muss sein». Der politische Konsens, dass die öffentlichen Theater ‒ häufig die teuerste Kultureinrichtung der Stadt ‒ auch angesichts leerer Kassen unantastbar bleiben müssen, schwindet in Zeiten grosser gesellschaftlicher Herausforderungen immer mehr. Die Vorgabe, dass Häuser seitens der öffentlichen Hand auf finanziell stabilem Niveau gehalten werden müssen, existiert nicht mehr. Welche Ziele und Strategien kann ein Intendant im Spannungsfeld zwischen künstlerischem Anspruch, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichem Auftrag heute
entwickeln? Und wie wirkt sich dies auf die Auswahl der Produktionen, KünstlerInnen und die Bildung von Ensembles aus? Wie kann sich ein Haus oder ein Festival innerhalb einer urbanen Struktur im Wettbewerb der vielfältigen Freizeitgestaltung positionieren? Und wie sollen ökonomisches Disponieren, künstlerisch gehaltvolle Spielplangestaltung und hohe Auslastung in harmonischen Einklang gebracht werden? Welche grundlegenden Unterschiede der Sparten und ihrer dispositionellen und künstlerischen Charakteristika gibt es, und können diese in Zeiten interdisziplinärer Produktionen aufrechterhalten werden? Und wie kann auch künftig vermittelt werden, dass Theater wirklich sein muss?

Modulleitung

Elisabeth Sobotka
   Elisabeth Sobotka

In Wien geboren, studierte Elisabeth Sobotka an der Universität ihrer Heimatstadt Musik-und Theaterwissenschaft, Publizistik und BWL. An der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Wien absolvierte sie den Lehrgang für Kulturelles Management und war bereits während ihrer Ausbildung im Konzertreferat und im Künstlerischen Betriebsbüro der Salzburger Festspiele tätig. In der Saison 1990/1991 arbeitete sie in Wien im Betriebsbüro der Jeunesse – Musikalische Jugend Österreichs, bevor sie 1992 als Leiterin der Künstlerischen Produktion an die Oper Leipzig wechselte. In den Jahren 1994 bis 2002 war sie Chefdisponentin und Betriebsdirektorin der Wiener Staatsoper. Von 2002 bis Ende 2007 hatte sie an der Staatsoper Unter den Linden Berlin die Position der Operndirektorin inne. Ab September 2009 stand sie der Oper Graz als Geschäftsführende Intendantin vor. Seit Januar 2015 ist sie Intendantin der Bregenzer Festspiele, außerdem ist sie Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Oper in Berlin.

Referenten

Prof. Dr. Laurenz Lütteken
   Prof. Dr. Laurenz Lütteken

Laurenz Lütteken (*1964) lehrte an den Universitäten Heidelberg, Münster, Erlangen-Nürnberg und Marburg. Seit 2001 ist er Ordinarius für Musikwissenschaft an der Universität Zürich. Zuletzt erschien: Mozart. Leben und Musik im Zeitalter der Aufklärung (München 2017); zudem ist er Herausgeber der Enzyklopädie MGG Online.

 

Christian Berner

 

  Christian Berner

Christian Berner hat an der Universität St. Gallen Ökonomie studiert. Nach seinem Abschluss war er zunächst in verschiedenen Funktionen für den ABB-Konzern tätig, wonach er mit einigen Partnern die Finanzgesellschaft de Pury Pictet Turrettini & Co. mit Büros in Genf und Zürich gegründet hat, die im Bereich Vermögensverwaltung und Investment Banking tätig ist. 2008 erwarb Christian Berner den Executive Master of Arts Administration an der Universität Zürich und wechselte an das Opernhaus Zürich, wo er zunächst für die Planung und Vorbereitung der Intendanz von Andreas Homoki zuständig war. Seit März 2013 ist Christian Berner der Kaufmännische Direktor des Opernhauses Zürich.