Kulturstadt Berlin: visionär und interkulturell

Modul 12

Berlin ist vieles gleichzeitig: Traditionsbewahrerin, Zukunftsbühne, -labor, -museum und -forum und bietet vielen Kulturschaffenden eine geeignete Plattform. Exemplarisch für dieses Berlin-Gefühl stehen drei Institutionen:

Das «Futurium» befasst sich mit den Herausforderungen und Chancen, die mit künftigen Entwicklungen verbunden sind. Als künftiger Ort für Präsentation und Dialog wird das «Futurium» Politik, Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft zusammenbringen, um gemeinsam eine wissenschaftsbasierte, gesellschaftliche Diskussion über gesellschaftliche Entwicklungen und die Gestaltung der Zukunft zu führen.

Das Kultur- & Veranstaltungszentrum «Radialsystem V» entwickelt aus der Begegnung von Tradition und Innovation, Alter Musik und Zeitgenössischem Tanz, Bildender Kunst und Neuen Medien neue Formate. Das Maxim-Gorki-Theater schliesslich reflektiert in seinem Programm eine diversifizierte Gesellschaft in Zeiten sich verschärfender sozialer und kultureller Konflikte.

Im Rahmen dieses Moduls wird vor Ort an den Schauplätzen «Futurium», «Radialsystem V» und Maxim-Gorki-Theater diskutiert werden, welchen Einfluss Megatrends, alternative Präsentationsformen und diversifizierte Gesellschaft auf das Kulturschaffen der Zukunft haben werden. Zudem sollen Modelle hinsichtlich einer künftigen Positionierung der Kunst entwickelt werden.

Modulleitung

Stefan Brand
   Stefan Brand

Stefan Brandt ist seit Juni 2017 Direktor des Futuriums in Berlin und verantwortet die inhaltliche Leitung. Zuvor war der 41-jährige Kulturmanager bis 2017 als Geschäftsführer und Vorstand der Hamburger Kunsthalle tätig. Er realisierte unter anderem ein umfassendes bauliches Modernisierungsprojekt, die Neupositionierung der Kunsthalle im digitalen Bereich sowie die Neugestaltung des Außenauftritts, die mit mehreren Designpreisen ausgezeichnet wurde. Stefan Brandt studierte an den Universitäten Detmold/Paderborn und Basel Musikwissenschaft, Geschichte und Kommunikationswissenschaft. 2004 wurde er
an der Universität Basel mit einer Forschungsarbeit über Opern des Barockkomponisten Nicola Porpora promoviert.

Referierende

Shermin Langhoff
   Shermin Langhoff

Shermin Langhoff, seit 2013 Intendantin des Maxim-Gorki Theaters, arbeitete zunächst im Verlagswesen und beim Film & Fernsehen und von 2004 bis 2008 als Kuratorin am Berliner Theater Hebbel am Ufer (HAU). 2008 gründete Langhoff das postmigrantische Theater am Ballhaus Naunynstraße im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Mehrere Ballhaus-Produktionen, insbesondere «Verrücktes Blut» von Nurkan Erpulat und Jens Hillje, erregten internationales Aufsehen. Das Maxim-Gorki Theater unter ihrer Intendanz wurde zweimal zum Theater des Jahres gewählt (2014 und 2016) und Gorki-Produktionen waren mehrfach beim Theatertreffen vertreten. 2011 verlieh die Alfred Toepfer Stiftung Shermin Langhoff den europäischen Kulturpreis Kairos. Die Helga und Edzard Reuter-Stiftung zeichnete sie für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Völkerverständigung und Integration aus. Vom Land Berlin erhielt sie 2012 den Moses-Mendelssohn-Preis. 2014 wurde ihr die Theodor Heuss Medaille verliehen. 2015 verlieh ihr die B.Z. den B.Z.- Kulturpreis. 2016 erhielt sie mit Jens Hillje der Berliner Theaterpreis. Shermin Langhoff ist Trägerin
des Bundesverdienstkreuzes.

 

Folkert Uhde

 

  Folkert Uhde

Nach Stationen als Techniker, Musikwissenschaftsstudent, Musiker und Musikermanager war Folkert Uhde 2006 Mitgründer des RADIALSYSTEM V in Berlin. Sein künstlerischer Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Entwicklung innovativer Konzert- und Musiktheaterformate und neuer Festivalformen, u.a. bei der Internationalen Orgelwoche Nürnberg – Musica Sacra, den Montforter Zwischentönen oder den Köthener
Bachfesttagen. In diesem Feld unterrichtet er an verschiedenen Universitäten, u.a. der Zeppelin Universität Friedrichshafen und dem Mozarteum in Salzburg, und ist Dozent des Programms »Concerto21.« der Alfred Toepfer Stiftung. Als Regisseur und Videokünstler entwickelte er eine halbszenische Version
der Johannespassion und wurde vor kurzem mit dem Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Konzertinstallationen entstanden zuletzt im Auftrag der Hamburger Kunsthalle und des Futurium Berlin.