Kultur I: Was ist Kultur?

Modul 1

«Kultur kann in ihrem weitesten Sinne als die Gesamtheit der einzigartigen geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Aspekte angesehen werden, die eine Gesellschaft oder eine soziale Gruppe kennzeichnen. Dies schliesst nicht nur Kunst und Literatur ein, sondern auch Lebensformen, die Grundrechte des Menschen, Wertsysteme, Traditionen und Glaubensrichtungen.» (Kulturdefinition UNESCO 1982).

Nach den Definitionen setzen die Fragen jedoch erst ein. In diesem ersten Modul sollen folgende Grundfragen konkretisiert werden: Welche spezifisch kulturellen Manifestationen kennen wir aus der Frühzeit der Menschen? Wie prägen diese ihr Verhalten und ihre Entwicklung? Warum brauchen Menschen Rituale, Feste und Spiele? Wie und in welcher Zeit wurden Künstler zu freien Menschen? Warum ist Rebellion die Voraussetzung des individuellen Stils? Wie ermöglicht Technik die Entstehung neuer Kulturformen? Wie verändert Kultur die Traditionen und Werteordnungen einer Gesellschaft? Macht Kunst den Menschen glücklich? Braucht eine Gesellschaft überhaupt die Künste?

Modulleitung

Prof. Dr. Iso Camartin
   Prof. Dr. Iso Camartin

Iso Camartin (1944), Essayist und Publizist, war von 1985 bis 1997 ordentlicher Professor für rätoromanische Literatur und Kultur an der ETH Zürich und an der Universität Zürich. Als Literaturkritiker war er in verschiedenen Jurys tätig, unter anderem beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt. In den Jahren 2000 bis 2003 war er Leiter der Kulturabteilung des Schweizer Fernsehens. Von 2004 bis 2012 war er verantwortlich für die «Opernwerkstatt» am Opernhaus Zürich. Heute lebt er als freier Autor und Kulturwissenschafter in Zürich und in New Jersey.

Referenten

Prof. Dr. Thomas Macho
   Prof. Dr. Thomas Macho

Thomas Macho (* 1952) forschte und lehrte von 1993 bis 2016 als Professor für Kulturgeschichte am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. 1976 wurde er an der Universität Wien mit einer Dissertation zur Musikphilosophie promoviert; 1984 habilitierte er sich für das Fach Philosophie an der Universität Klagenfurt mit einer Habilitationsschrift über Todesmetaphern. Seit 2016 leitet er das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) der Kunstuniversität Linz in Wien. Zu seinen neueren Monographien zählen: Das Leben ist ungerecht. St. Pölten/Salzburg: Residenz 2010; Vorbilder. München: Wilhelm Fink 2011; Schweine. Ein Portrait. Berlin: Matthes & Seitz 2015; Das Leben nehmen. Suizid in der Moderne. Berlin: Suhrkamp 2017.

 

Prof. Dr. Bernd Roeck

 

  Prof. Dr. Bernd Roeck

Bernd Roeck, geboren in Augsburg, war von 1986 bis 1990 Direktor des Deutschen Studienzentrums Venedig und von 1991 bis 1999 Professor für mittelalterliche und neuere Geschichte an der Universität Bonn, 1996 bis 1999 auch Generalsekretär des italienisch-deutschen Zentrums Villa Vigoni (Loveno/Como). Seit 1999 hat er den Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte der Neuzeit mit Schwerpunkt Frühe Neuzeit an der Universität Zürich inne.