Kultur und Gesellschaft III: Sachzwänge und
künstlerische Freiheit

Modul 26

Was verstehen wir unter dem oft zitierten Begriff «Künstlerische Freiheit»? Wie wird künstlerische Freiheit in unserer heutigen Gesellschaft und der Welt von morgen erlangt, bewahrt, gehütet und unterstützt? Erfassen wir wirklich, was mit diesem Konzept gemeint ist? Ist es eine Realität, ein Ideal, ein Mittel zum Zweck oder möglicherweise auch ein Missverständnis? In diesem Modul werden interaktiv die sich verändernden Auffassungen von künstlerischer Freiheit untersucht. Dies in einer Zeit, in der es keine Geheimnisse und keine Zuflucht mehr gibt vor der ständigen Beobachtung entlang der allumfassenden vielfältigen Highways der Informationstechnik. Aber auch in einer Zeit zunehmender politischer Kontrolle und gesellschaftlicher Ansprüche. Wir werden versuchen, ästhetische Freiheit zu erforschen. Freiheit von alteingesessenen gesellschaftlichen Konventionen, soziale Freiheit, wirtschaftliche Freiheit und politische Freiheit, die entweder durch Gruppenzwang oder durch bisweilen rücksichtslose Auflagen von Institutionen gehemmt werden. Darüber hinaus werden wir untersuchen, wie Kulturstinstitutionen und ihre Leitungen ihre Mission, Kreativität zu wecken und zu fördern, am besten erfüllen können. Und wir werden uns auch mit dem heiklen Thema «politischer Widerstand und ziviler Ungehorsam durch künstlerische Arbeit» befassen. Dadurch hoffen wir, uns der grundlegenden moralischen Frage zu nähern, wie man hier die Quadratur des Kreises bewerkstelligt, nämlich: Teil der kulturellen Weltwirtschaft zu sein, Traditionen zu bewahren, Veränderungen zu fördern und zugleich den Status quo herauszufordern!

Sir Peter Jonas wird dieses Modul leiten. Gastreferenten sind: Prof. Dr. Steffen Huck, Direktor der Abteilung Ökonomik des Wandels am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und Professor für Volkswirtschaft am University College London, und Uwe Eric Laufenberg, Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter sowie seit 2014 Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.

Modulleitung

Sir Peter Jonas

Sir Peter Jonas, geboren in London 1946. Nach Literatur und Musikwissenschaftsstudium Künstlerischer Leiter beim Chicago Symphony Orchestra bis 1984. 1984 bis 1993 Generaldirektor der English National Opera. 1993 bis 2006 Staatsintendant der Bayerischen Staatsoper. 2001-2006 Vorsitzender der Deutschen Opernkonferenz. 2000 Erhebung in den Ritterstand durch Königin Elizabeth II. Fellow des Royal College of Music in London, des Royal Northern College in Manchester und der University of Sussex. Bayerischer Verdienstorden, Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst, Kultureller Ehrenpreis der Landeshauptstadt München. 2004-12 Stiftungsrat der Stiftung Oper in Berlin. Verwaltungsrat Niederländische Oper, Amsterdam, und Universitätsrat Luzern seit 2007. Vorlesungen an verschiedenen Universitäten. Cricketfan und «TV Epic-Serien/Kino Geek-Nerd». Sir Peter lebt in Zürich und hat jetzt seine letzte Etappe zu Fuss von Inverness nach Palermo zu Ende gebracht.


«Ein Leben am Theater, in der Oper oder überhaupt im Bereich der Visuellen Künste ist der Traum vieler, doch nur wenige können ihn realisieren. Ist es für diejenigen, die es geschafft haben, ein Ideal, das Fegefeuer oder einfach nur ein Leben im Dienst einer der unwahrscheinlichsten Aktivitäten, die Menschen je ersonnen haben?»

Sir Peter Jonas