Die kulturelle Institution I: Oper – Tanz – Schauspiel

Modul 3

«Theater muss sein». Der politische Konsens, dass die öffentlichen Theater ‒ häufig die teuerste Kultureinrichtung der Stadt ‒ auch angesichts leerer Kassen unantastbar bleiben müssen, schwindet in Zeiten grosser gesellschaftlicher Herausforderungen immer mehr. Die Vorgabe, dass Häuser seitens der öffentlichen Hand auf finanziell stabilem Niveau gehalten werden müssen, existiert nicht mehr. Welche Ziele und Strategien kann ein Intendant im Spannungsfeld zwischen künstlerischem Anspruch, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichem Auftrag heute entwickeln? Und wie wirkt sich dies auf die Auswahl der Produktionen, KünstlerInnen und die Bildung von Ensembles aus? Wie kann sich ein Haus innerhalb einer urbanen Struktur im Wettbewerb der vielfältigen Freizeitgestaltung positionieren? Und wie soll ökonomisches Disponieren, künstlerisch gehaltvolle Spielplangestaltung und hohe Auslastung in harmonischen Einklang gebracht werden? Welche grundlegenden Unterschiede der Sparten und ihrer dispositionellen und künstlerischen Charakteristika gibt es, und können diese in Zeiten interdisziplinärer Produktionen aufrechterhalten werden? Und wie kann auch künftig vermittelt werden, dass Theater wirklich sein muss?

Modulleitung

Dietmar Schwarz

Dietmar Schwarz studierte Literatur- und Theaterwissenschaft in München und an der Pariser Sorbonne. Seine beruflichen Stationen waren das Theater Freiburg, das Bremer Theater und die Oper Frankfurt. 1994 kehrte er als Leitender Dramaturg für Musiktheater an das Bremer Theater zurück. Ab 1998 war er Operndirektor am Nationaltheater Mannheim, von 2006 bis 2012 in gleicher Position am Theater Basel. Unter seiner Leitung wurde das Haus in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift «Opernwelt» zwei Mal in Folge zum «Opernhaus des Jahres» (2009 und 2010) gewählt. Im Sommer 2012 übernahm Dietmar Schwarz die Intendanz der Deutschen Oper Berlin.Er ist Mitglied der Intendanten-Jury des Ring Awards, des Internationalen Wettbewerbs für Regie und Bühnengestaltung in Graz. Außerdem ist er Mitglied des Think Tank zur Zukunft der Luzerner Theaterlandschaft. Dietmar Schwarz wurde zum Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste ernannt.

Christoph Seuferle

Christoph Seuferle absolvierte sein Studium der Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik in Wien, das er 1989 mit Auszeichnung und dem «Magister Artium» abschloss. Seine ersten Engagements führten ihn an die Bayerische Staatsoper München und an das Grand Théâtre in Genève. Zwischen 1994 und 2001 bekleidete er das Amt des «Directeur du planning et de la scène» an der Opéra National de Paris. Danach wechselte er als «Directeur délégué» an die Opéra National de Montpellier. Seit der Saison 2007/2008 ist Christoph Seuferle Operndirektor der Deutschen Oper Berlin. Als Kommissarischer Intendant wirkte er hier zudem in der Interims-Spielzeit 2011/2012. 2001 wurde Christoph Seuferle für seine Verdienste in Frankreich zum «Chevalier des Arts et des Lettres» ernannt.


«Die neuen gesellschaftlichen Herausforderungen halten eine Vielzahl von Ansprüchen an Führungspersönlichkeiten in Kulturbetrieben bereit. Die Inhalte des Executive Master in Arts Administration bereiten die Studierenden optimal auf diese Herausforderungen vor.»

Dietmar Schwarz